05. Apr 2019
Allgemein

Schuldenfalle: Die Rechtsform des eingetragenen Kaufmanns

Wer sein Unternehmen in der Rechtsform eines eingetragenen Kaufmanns („e.K.“) als Einzelunternehmen führt, haftet persönlich und in unbeschränkter Höhe mit seinem gesamten Privatvermögen für alle Verbindlichkeiten des Unternehmens. Der prominenteste Fall ist die Insolvenz der Drogerie-Kette Schlecker. „Das Beispiel Schlecker schreckt nicht ab Dem einstigen Drogeriekönig Anton Schlecker wurden die zwei Buchstaben e. K. zum Verhängnis. […]

Wer sein Unternehmen in der Rechtsform eines eingetragenen Kaufmanns („e.K.“) als Einzelunternehmen führt, haftet persönlich und in unbeschränkter Höhe mit seinem gesamten Privatvermögen für alle Verbindlichkeiten des Unternehmens. Der prominenteste Fall ist die Insolvenz der Drogerie-Kette Schlecker.

Das Beispiel Schlecker schreckt nicht ab
Dem einstigen Drogeriekönig Anton Schlecker wurden die zwei Buchstaben e. K. zum Verhängnis. Als „eingetragener Kaufmann“ haftet er nach der Pleite mit seinem Privatvermögen. Doch trotz dieses Risikos ist die Zahl der größeren Unternehmen in dieser Rechtsform im Land zuletzt gestiegen.“
„Thomas Thieme, Stuttgarter Nachrichten, 07.04.2017 - 07:38 Uhr (Fundstelle)“

Es gibt viele Gründe, weshalb ein Unternehmen – oft unverschuldet – in eine wirtschaftliche Schieflage geraten kann: Zahlungsausfall eines Kunden, Lieferengpass eines Zulieferers, Ausfall einer Maschine, Krankheit des Untenrehmensinhabers, Scheitern eines Auftrages, etc.

Um sich vor einem Totalverlust des Vermögens zu schützen, wird der Betrieb oft als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) geführt. Experten raten dazu, die GmbH so früh wie möglich zu gründen. Die Geschäftstätigkeit sollte erst aufgenommen werden, wenn die GmbH im Handelsregister eingetragen und somit die Haftungsbeschränkung gesichert ist.

Aber was ist zu tun, wenn man bereits seit Jahren oder Generationen einen Betrieb in der Rechtsform eines e.K. führt? Wie kann man dann seine Ersparnisse und sein Erbe vor dem Zugriff von Gläubigern des Unternehmens schützen?

Gravierende Risiken

Auf keinen Fall sollte man einfach eine GmbH gründen und die Geschäfte künftig „irgendwie“ über diese Gesellschaft abwickeln! Bei einem solchen Vorgehen drohen hohe Steuerrisiken. Das Finanzamt kann ein solches Vorgehen wie eine Geschäftsveräußerung an einen Dritten behandeln. Es könnte dazu kommen, dass stille Reserven aufgedeckt werden. Im Ergebnis könnte das Finanzamt fordern, dass insbesondere alle Wertsteigerungen, die nicht in der Bilanz abgebildet werden, versteuert werden müssen. Tatsächlich generiert die Überführung des Geschäftsbetriebs von einem e.K. in die GmbH keine zusätzliche Liquidität. Trotzdem kann das Finanzamt hohe Steuerzahlungen fordern. Die Folgen sind gravierend.

Tipps und Lösungsmöglichkeiten

Für dieses Dilemma gibt es Auswege: Die fatale Versteuerung der stillen Reserven kann zum Beispiel vermieden werden durch eine Ausgliederung nach dem Umwandlungsgesetz, durch eine Einbringung im Wege einer GmbH-Sachgründung oder durch eine Sachkapitalerhöhung in eine GmbH. Mit der richtigen Gestaltung, können die Unternehmenswerte steuerneutral von dem e.K. in die GmbH überführt werden. Dies erfordert jedoch eine sachkundige Beratung und ein planvolles Vorgehen.

Falls Sie hierbei Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen gerne mit unserer jahrelangen Erfahrung zur Verfügung. Für Rückfragen oder einen persönlichen Beratungstermin wenden Sie sich bitte an: Rechtsanwältin Miria Dietrich. Nehmen Sie doch Kontakt mit uns auf.

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